Unser Prophet liebte die Kinder und war gut zu ihnen

Unser Prophet liebte die Kinder und war gut zu ihnen

Die Güte des Propheten zeigt sich am besten daran, wie er Kinder behandelte. Kinder waren sein ein und alles.

Sobald er nur ein Kind sah, leuchteten seine Augen und in seinem Gesicht machte sich grenzenlose Freude breit. So­fort nahm er es auf den Arm, streichelte und küsste es und wollte es gar nicht wieder hergeben.

Er grüßte alle Kinder, die er traf und fragte sie, ob sie et­was bräuchten. Wenn er auf dem Pferd saß, nahm er die Kinder auf, setzte sie vor sich auf den Sattel und brachte sie dahin, wo sie wollten. Er behandelte die Kinder wie Seines­gleichen, lachte und scherzte mit ihnen, gab ihnen Ratsch­läge, die sie verstehen konnten und wurde selbst wieder zum Kind.

Eines Tages traf er Kinder, die gerade ein Wettrennen veranstalteten. Um ihnen Freude zu machen, stieg er vom Pferd und lief mit ihnen um die Wette.

Manche Leute nahmen Anstoß daran, dass der Prophet die Kinder seiner Gefährten so sehr liebte. Sie neideten dem Propheten diese gute Eigenschaft, die ihnen selbst so fehlte und verstanden ihre Bedeutung nicht.

Akra bin Habis sah einmal, wie der Prophet seinen Enkel Hasan küsste und sagte:

Ich habe zehn Kinder und habe bis heute keines davon geküsst.“

Der Prophet antwortete ihm: „Wer keine Güte zeigt, dem wird auch keine zuteil werden.“

An einem anderen Tag kam ein Beduine zum Propheten und sagte: „Oh Gesandter Gottes, Du herzest die Kinder? Wir tun das nicht.“

Der Prophet antwortete ihm: „Was kann ich tun, wenn Gott Dich nicht mit Milde und Güte ausgestattet hat?“

Der Prophet hat ohne jeden Zweifel klar gemacht, dass Liebe und Güte sich am ehesten im Umgang mit den Kin­dern zeigt.

Von ihm können wir lernen, dass wer die Kinder liebt, Verdienst bei Gott erlangt, er sagt:

Küsst Eure Kinder häufig. Jeder Kuss bringt Euch fünf­hundert Jahre Paradies. Die Engel zählen Eure Küsse und tragen sie in das große Buch der guten Taten ein.“

Der Prophet liebte alle Kinder, ganz gleich, welche Reli­gion sie hatten.

Eines Tages wurde eine jüdisches Kind krank. Als der Prophet davon hörte, ging er sofort das Kind besuchen. Er lud es ein Muslim zu werden. Das Kind bat seinen Vater um Erlaubnis, der willigte ein und das Kind bekehrte sich zum Islam.

In Kriegszeiten zeigte der Prophet nicht weniger Milde als im Frieden. Er forderte seine Gefährten auf, Kinder zu schonen, sie nicht zu töten, sondern sie zu beschützen.

In einer Schlacht gerieten Kinder zwischen die Fronten und wurden getötet. Daraufhin übermannte den Propheten große Trauer.

Seine Gefährten fragten ihn: „Oh Gesandter Gottes, was trauerst Du um die Kinder der Ungläubigen?“

Der Prophet antwortete: „Sie waren unschuldig wie Neugeborene. Tötet bloß keine Kinder, tut ihnen nichts zu Leid. Denn alle Seelen kommen rein und unschuldig auf die Welt.“

Auch die Kinder der Ungläubigen tragen, solange sie nicht erwachsen sind, keine Verantwortung. Alle Menschen werden im Geiste des Islam geboren und sind unschuldig, solange sie nicht erwachsen sind.

Die große Güte des Propheten richtete sich auf Mädchen genauso wie auf Jungen. In der Zeit vor dem Islam hatten die Mädchen bei den Arabern überhaupt keinen Wert. Der Vater eines Mädchens konnte nicht stolz sein, sondern musste sich eher schämen. Statt einen Sohn nur einen Schwiegersohn zu haben, konnten viele nicht ertragen und ließen ihre Töchter bei lebendigem Leib verscharren. Das galt als alte Sitte, die von den Vätern auf die Söhne gekom­men war.

In den Augen des Propheten war diese grauenvolle Tö­tung nichts anderes als ein Verbrechen und er tat alles um mit dieser Unsitte aufzuräumen. Er war stolz darauf, Vater von Töchtern zu sein und versprach denen, die Töchter großziehen und im Islam unterrichten, den sicheren Ein­gang ins Paradies.

Er hat sich deshalb auch aller Mädchen angenommen, mit denen er zusammenkam.

Als Halid bin Seid zu Besuch zum Propheten kam, hatte er seine kleine Tochter dabei. Sie war in Abessinien, das heute Äthiopien heißt, geboren und der Prophet kümmerte sich um sie ganz besonders.

Das Mädchen lief im Haus umher und spielte mit dem Siegel des Propheten. Sein Vater wollte es ihm verbieten, doch der Prophet wollte das Kind nicht traurig machen und erlaubte ihm das Spiel.

Auf einem Feldzug erbeutete der Prophet ein großes Stück reich bestickten Stoffs. Er rief die Tochter des gelobten Halid, schenkte ihr den Stoff und bereitete ihr damit große Freude.

* * *

Djemre war damals noch ein ganz kleines Mädchen. Ihr Vater nahm sie, brachte sie zum Propheten und sagte:

Oh Gesandter Gottes, bitte gib diesem Kind mit Gottes Hilfe Deinen Segen.“

Der Prophet nahm sogleich Djemre auf den Schoß, sprach ein Gebet und erflehte für sie den Segen Gottes.

* * *

Wer Kindern Gutes tut, der wird von Gott oft schon in seinem diesseitigen Leben belohnt. Zu Kindern gut sein be­reitet den Erwachsenen große Freude und verhilft ihnen au­ßerdem zu Verdienst bei Gott und zu seiner Gnade.

Ebû Hüreyre sagt dazu folgendes:

Eines Tages kam ein Mann zum Propheten. Er hatte sei­nen Sohn dabei. Der Mann kümmerte sich lieb um das Kind, herzte und küsste es in einem fort. Der Prophet fragte ihn:

Du magst das Kind wohl sehr??

Ja, Gesandter Gottes?, antwortete der Mann.

Der Prophet sagte: ‚Die Liebe, die Du dem Kind gegen­über zeigst, wird Gott Dir gegenüber zeigen und sogar noch mehr.?“

Wer Jungen Mädchen vorzog, war beim Propheten nicht gut angesehen. Der Prophet ermahnte solche Leute und for­derte sie auf, ihre Verhalten sofort zu ändern. Er selbst machte keinerlei Unterschiede zwischen Mädchen oder Jun­gen. In seinen Augen brauchen beide Liebe.

Enes bin Mâlik erzählt folgende Begebenheit:

Einmal saß ein Mann neben dem Propheten. Da kam auch der kleine Sohn des Mannes. Der Mann nahm den Jun­gen und setzte ihn auf sein Knie. Gleich darauf kam auch die kleine Tochter des Mannes. Er nahm sie und setzte ne­ben sich auf den Boden.

Der Prophet fragte den Mann:

Warum hast du die Beiden nicht gleich behandelt?“

* * *

Nicht nur was Aufmerksamkeit und Liebe anbelangt, drängte der Prophet auf Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen, sondern auch bei Mitbringseln, Geschenken und Süßigkeiten.

Numan bin Beschir berichtet folgendes:

Mein Vater schenkte mir einen Teil seines Vermögens. Meine Mutter sagte, sie sei damit nur einverstanden, wenn mein Vater den Propheten als Zeugen für die Schenkung nähme.

Daraufhin nahm mich mein Vater mit zum Propheten damit er Zeuge der Schenkung werde. Der Prophet fragte ihn:

Hast Du noch andere Kinder?‘

Ja‘, sagte mein Vater.

Haben die anderen Kinder die gleiche Schenkung be­kommen?‘

Nein‘, sagte mein Vater.

Fürchte Gott und behandele alle deine Kinder gleich‘, sagte der Prophet.

Daraufhin verzichtete mein Vater auf die Schenkung.“

Der Prophet hielt sich auch selbst an die Regeln, Mäd­chen und Jungen gleich zu behandeln. Die folgende kleine Episode zeigt, wie genau der Prophet auf dieses Prinzip ach­tete.

Berichtet wird sie von Ali, dem Vater Hasans und Hü­seyins:

Der Prophet war zu Besuch zu uns gekommen. Er bleib die Nacht über bei uns. Hasan und Hüseyin schliefen. Da erwachte Hasan und verlangte nach Wasser. Sofort stand der Prophet auf, und füllte aus Wasserschlauch ein Glas mit Wasser. Gerade wollte er es Hasan reichen, da wachte auch Hüseyin auf. Er sah das Glas und griff danach. Der Prophet jedoch reichte das Glas Hasan.

Die Mutter der beiden, Fat?ma, sagte daraufhin: ‚Du magst Hasan wohl mehr als Hüseyin.‘

Nein‘, sagte der Prophet, ‚Hasan fragte zuerst nach Was­ser.?“

Wir sehen, wie wichtig der Prophet die Kinder nahm und wie viel Wert er ihnen beimaß. Von ihm können wir leicht und praktisch lernen, wie Kinder zu erziehen sind.

 

 

Mehmet Paksu

mehmetpaksu@gmail.com

Publiziert in der Ayasofya 42, 2013

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